Präzises Chip-Delayering für Failure Analysis & Reverse Engineering

Schichtweises Abtragen von ICs mit Sub-Nanometer-Genauigkeit auf allen gängigen Materialien, ohne strukturelle Schäden, für Wafer bis zu 300 mm.

 

Was ist Chip-Delayering?

Beim Chip-Delayering werden die Schichten eines mehrschichtigen integrierten Schaltkreises (engl. integrated circuit, IC) gezielt und nacheinander abgetragen, um die einzelnen Schichten für eine visuelle oder analytische Untersuchung freizulegen. Dies ist ein zentraler Schritt sowohl bei der Fehleranalyse als auch im Reverse-Engineering-Prozess.

Wer nutzt Chip-Delayering?

Physikalische Fehleranalyse

  • Einsatz bei Halbleiterherstellern, Testlaboren sowie in Forschung und Entwicklung
  • Ursachen-Ermittlung von Bauteilausfällen, Defekten in Verbindungsstrukturen oder prozessbedingten Schäden
  • Identifizierung von Optimierungsmöglichkeiten und Kostenfaktoren
  • Lokalisierung von Sicherheitslücken

Strafverfolgung

  • Reverse Engineering durch Strafverfolgungsbehörden, Regierungsstellen und Sicherheitsforschungsteams
  • Rekonstruktion von Netzlisten, Identifizierung von Materialien und Architekturen für strafrechtliche Ermittlungen
  • Zugriff auf Daten aus integrierten Schaltkreisen (z. B. Mobiltelefonen)
  • Echtheitsüberprüfung, Erkennung von Manipulationen

Wettbewerbsbeobachtung

(Competitive Intelligence)

  • Reverse Engineering in der Halbleiterindustrie
  • Analyse von Konkurrenzprodukten zur Erfassung der Architektur und der Materialauswahl
  • Aufschluss über den Aufbau des Chips
  • Erleichterung von Produktvergleichen und der Erstellung von Technologie-Roadmaps
     

Warum Ionenstrahlätzen zur Entschichtung?

Etablierte Verfahren wie mechanische Präparation, nasschemisches Ätzen, Plasmaätzen und die Bearbeitung mit einem fokussierten Ionenstrahl (FIB) weisen jeweils grundlegende Vor- und Nachteile auf. Ionenstrahlätzen (engl. Ion Beam Etching, IBE) erzielt eine höhere Präzision als die mechanische Präparation und liefert schnellere Ergebnisse als das FIB-Verfahren.

 

Vorteile des Ionenstrahlätzens

  • Kinetischer Prozess
    • Geeignet für eine Vielzahl von Materialien, darunter Metalle, Halbleiter, Polymere und Keramiken
    • Unabhängig von chemischen Reaktionen
       
  • Geringe Substrattemperatur (<100 °C)
    • um thermische Verformungen oder Materialschäden zu minimieren
       
  • Hochpräzises Abtragen einzelner Schichten bis in den atomaren Bereich
    • Präzise Geometrien durch anisotropes Ätzen
    • Präzise Steuerung der Ätzrate
    • Präzise Endpunkterkennung
    • Einstellbarer Einfallswinkel
    • Einstellbare Materialselektivität

So funktioniert Ionenstrahl-Entschichtung

 

Erzeugung von Ionenstrahlen und Anpassung der Gaszusammensetzung

Ein breiter Ionenstrahl wird in einer Vakuumkammer (~10⁻⁴ mbar) auf die Waferoberfläche gerichtet. Die Mischung aus inerten und reaktiven Ionen sowie Einfallswinkel und Energie bestimmen die Materialselektivität und sorgen gleichzeitig für ein äußerst gleichmäßiges Ätzergebnis.

 

Thermischer und struktureller Schutz

Die Helium-Rückseitenkühlung hält die Substrattemperatur niedrig, während eine präzise Strahlsteuerung die Unversehrtheit des Bauteils gewährleistet. Keine mechanische Belastung, keine Schäden durch Ionenimplantation.

 

Endpunktdetektion in Echtzeit

Mithilfe von OES (Optische Emissionsspektroskopie) oder SIMS (Sekundärionen-Massenspektrometrie) wird der Materialabtrag kontinuierlich überwacht, sodass präzise Ätzstopps vor, während oder nach jeder einzelnen Schicht bis hin zu Schichten im Sub-nm-Bereich möglich sind.

Systeme zum Ionenstrahlätzen

 

System für Kleinserien- und F&E-Anwendungen von Substraten bis zu 150 mm

  • Ionenstrahlätzen
  • Reaktives Ionenstrahlätzen (RIBE)
  • Chemisch-unterstützes Ionenstrahlätzen (CAIBE)

 

Fertigungserprobtes System für die Massenproduktion von Wafern bis zu 200 mm

  • Ionenstrahlätzen
  • Reaktives Ionenstrahlätzen (RIBE)
  • Chemisch-unterstützes Ionenstrahlätzen (CAIBE)

 

System zum vollflächigen Ätzen von Wafern bis zu 300 mm

  • Ionenstrahlätzen
  • Reaktives Ionenstrahlätzen (RIBE)
  • Chemisch-unterstützes Ionenstrahlätzen (CAIBE)

Mehr zum Thema

Application Note: Reverse Engineering durch Ionenstrahlätzen

 

Das Reverse Engineering (RE) ist ein entscheidender Schritt bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen (IC) auf Wafer-Ebene. Dabei werden bestehende Strukturen überprüft, Fehler analysiert und für Forschungszwecke freigelegt. 

In unserer Applikationsnotiz präsentieren wir ein typisches Delayering-Verfahren mit einer scia Mill 200 und optischer Emissionsspektroskopie (OES).

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Ionenstrahl- und Plasmatechnologie zur Produktion von MEMS

 

Unsere Technologien für die Beschichtung mit dünnen Schichten, das Trockenätzen und die Präzisionsreinigung sind unverzichtbar für Anwendungen in den Bereichen intelligente Sensoren, Hochfrequenzelektronik, Leistungselektronik und fortschrittliche Elektronikverpackungen.

Im Video vorgestellte Technologien:

  • Optimierung der RF-Filter-Produktion durch Frequenztrimmung mit der scia Trim 200
  • Ionenstrahlbearbeitung von Wellenleitern für photonische integrierte Schaltungen (PIC)
  • Strukturierung von Mikrooptiken
  • Fehleranalyse und Reverse Engineering durch präzisen schichtweisen Materialabtrag
  • Verbesserung der Sensortechnologie mit erhöhter Empfindlichkeit und Energieeffizienz
  • Strukturierung von TMR-Sensoren durch Ionenstrahlätzen

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